
Bitumenbahn
Im Flachdachbereich in der Regel zweilagig ausgeführt. Die Bahnen werden miteinander verschweißt und bilden eine durchgehende Schicht. Durch Materialstärke und Aufbau sehr widerstandsfähig — das System für höher beanspruchte Flächen.

Der Fehler passiert fast nie in der Fläche. Er passiert im Detail.
Worum es geht
Abdichtungsbahnen sind heute so gut, dass eine ordentlich verlegte Fläche jahrzehntelang hält. Undicht wird ein Dach fast immer an den Stellen, an denen die Fläche aufhört: am Anschluss zur Attika, am Türanschluss zur Terrasse, am Rohr, das durch die Abdichtung stößt, am Gully, am Lichtkuppelkranz.
Deshalb ist die Frage „Welches System?“ nur die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die Detailausbildung — und die entscheidet sich nicht im Katalog, sondern auf dem Dach.
Maßgeblich ist die ÖNORM B 3691 „Planung und Ausführung von Dachabdichtungen“ in der Ausgabe 2019. Sie deckt Bitumen- und Kunststoffbahnen sowie Flüssigabdichtungen ab und regelt Nutzungs- und Schadensfolgeklassen, Nutzungsdauer, Durchdringungen, Anschlüsse, Gullydimensionierung, Notüberläufe und Dachneigung.

Die drei Systeme
Keines ist grundsätzlich besser. Sie haben unterschiedliche Stärken — und wir wählen nach Aufbau, Nutzung und Untergrund.

Im Flachdachbereich in der Regel zweilagig ausgeführt. Die Bahnen werden miteinander verschweißt und bilden eine durchgehende Schicht. Durch Materialstärke und Aufbau sehr widerstandsfähig — das System für höher beanspruchte Flächen.

Meist einlagig, je nach System lose mit Auflast verlegt, verklebt oder mechanisch befestigt. Die Nähte werden mit Heißluft verschweißt — ohne offene Flamme. Leicht, sauber zu verarbeiten, häufig bei Flachdächern, Terrassen und Sanierungen.

Wird flüssig aufgetragen und härtet fugenlos aus. Passt sich jeder Geometrie an und ist deshalb das Mittel der Wahl für Anschlüsse, Durchdringungen, Attiken, Geländerfüße und alles, was sich mit Bahnen nur mühsam einpacken lässt.
Auswahl
| Situation | Naheliegendes System | Warum |
|---|---|---|
| Große, ruhige Dachfläche im Gewerbe- oder Industriebau | Kunststoffbahn | Wirtschaftlich in der Fläche, geringes Gewicht, rasche Verlegung |
| Hoch beanspruchte Fläche, Kiesauflast, Terrassenaufbau | Bitumen, zweilagig | Zwei Lagen bedeuten Redundanz und mechanische Reserve |
| Viele Durchdringungen, verwinkelte Geometrie | Flüssigkunststoff, meist ergänzend | Fugenlos, formt sich an alles an, keine Zuschnitte am Detail |
| Bestandsdach, Aufbau trocken, Fläche noch tragfähig | Überarbeitung mit passender Bahn | Spart Abbruch und Entsorgung, wenn der Untergrund es hergibt |
| Balkon oder kleine Terrasse mit Türanschluss | Flüssigkunststoff | Anschlusshöhen sind meist knapp; fugenlos ist hier der einzige saubere Weg |
| Gründach geplant | Wurzelfeste Bahn | Durchwurzelungsschutz muss Teil der Abdichtung sein, nicht Zubehör |
Die kritischen Punkte
Diese sechs Details verursachen den Großteil aller Wasserschäden am Flachdach. Sie kosten wenig Material und viel Sorgfalt.

Kurz beantwortet
Alle drei Systeme sind in der ÖNORM B 3691 (Ausgabe 2019) geregelt und für Dachabdichtungen zugelassen – sie unterscheiden sich in der Verarbeitung. Bitumenbahnen werden meist zweilagig verlegt und verschweißt; das System ist robust und reparaturfreundlich. Kunststoffbahnen kommen üblicherweise einlagig zum Einsatz, sind leichter und werden mit Heißluft verschweißt. Flüssigkunststoff wird nahtlos aufgetragen und ist dort im Vorteil, wo Bahnen an ihre Grenzen kommen: bei Durchdringungen, Gullys, Lichtkuppeln und komplizierten Anschlüssen. Welches System sinnvoll ist, hängt von Untergrund, Nutzung und Detailaufwand ab – die Sauer Dachdeckerei & Spenglerei GmbH kombiniert die Systeme, wo es die Ausführung verlangt.
Nicht in der Fläche, sondern an den Anschlüssen und Durchdringungen: Attika und Wandanschlüsse, Gullys, Lüftungsrohre, Lichtkuppeln, Kaminköpfe und nachträglich gesetzte PV-Befestigungen. Genau deshalb regelt die ÖNORM B 3691 diese Punkte eigens und schreibt auch Notüberläufe vor – fehlen sie oder ist der Gully verstopft, staut sich Wasser bei Starkregen bis über die Anschlusshöhe. Bei der Fehlersuche prüft die Sauer Dachdeckerei & Spenglerei GmbH daher zuerst die Details, nicht die Fläche.
Häufig ja. Ist der bestehende Aufbau tragfähig und die Dämmung trocken, kann eine neue Abdichtungslage aufgebracht werden – das spart Rückbau, Entsorgung und Kosten. Voraussetzung ist der Nachweis, dass keine Feuchtigkeit im Aufbau eingeschlossen ist; das klärt man über eine Bauteilöffnung und eine Feuchtemessung, nicht über den Augenschein. Ist die Dämmung durchfeuchtet, hilft eine Überarbeitung nicht, weil die Nässe eingesperrt bleibt und der Aufbau weiter schädigt; dann muss bis zur Tragschicht zurückgebaut werden. Die Sauer Dachdeckerei & Spenglerei GmbH führt diese Voruntersuchung durch, bevor über die Variante entschieden wird.
Wir suchen sie und sagen dir, ob eine Reparatur reicht oder die Fläche neu abgedichtet gehört.
Weitere Leistungen
Zwei Handwerke unter einem Dach: Dachdeckerei und Spenglerei. Dadurch gibt es bei uns keine Schnittstelle, an der sich zwei Firmen gegenseitig die Schuld geben können.

Dämmung, Gefälle, Abdichtung und Entwässerung als ein Aufbau gedacht — für Wohnhaus, Gewerbe und Industrie.

Neu decken, umdecken, Unterdach erneuern. Ton- und Betondachsteine, abgestimmt auf Neigung und Ortsbild.

Rinnen, Attiken, Kaminabdeckungen, Stehfalz — in Zink, Kupfer, Aluminium, Eisen und Blei.